NIS2-Meldeassistent
Wer meldepflichtig ist, hat ab Kenntnis eines erheblichen Vorfalls 24 Stunden für die Frühwarnung, 72 Stunden für die Folgemeldung und einen Monat für den Abschlussbericht. Die Uhr läuft, während man noch versucht zu verstehen, was passiert ist.
Der Meldeassistent hält diese Fristen nach, strukturiert die Erheblichkeits-Abwägung und erzeugt Entwurfstexte. Er gehört zum Enterprise-Add-on und setzt die Threat-Analytics-Pipeline voraus.
Vier harte Grenzen
Abschnitt betitelt „Vier harte Grenzen“Der Kenntniszeitpunkt
Abschnitt betitelt „Der Kenntniszeitpunkt“Alle Fristen laufen ab Kenntnis, nicht ab Erfassung. Beides fällt auseinander: Wer Sonntagnacht Kenntnis erlangt und Montag früh erfasst, hat 24 Stunden weniger, nicht mehr.
Der Zeitpunkt ist deshalb ein eigenes, von Hand setzbares Feld. Er darf nicht in der Zukunft liegen — das wäre die einfachste Art, die Uhr auszuhebeln.
- Vorgang anlegen. Von Hand, mit Bezug auf die bestätigte Analyse. Es gibt bewusst keine Automatik: Eine Meldepflicht entsteht nicht aus einem Score.
- Erheblichkeit prüfen. Acht geführte Fragen — Betriebsstörung, finanzielle Verluste, Schäden bei Dritten, personenbezogene Daten, abgeflossene Zugangsdaten, Ausbreitungsgefahr, grenzüberschreitende Wirkung, Anhaltspunkte für eine rechtswidrige Handlung.
- Entscheiden. Melden oder nicht — mit Begründung.
- Entwürfe schreiben. Je Stufe die Felder des Meldeportals, vorbefüllt mit dem, was aus dem Vorgang hervorgeht. Was eine Bewertung wäre — Schweregrad, Auswirkungen — bleibt leer: Das ist die Aussage der verantwortlichen Stelle.
- Einreichen und vermerken. Sie reichen ein; im Assistenten vermerken Sie, dass es geschehen ist.
Fragen und Portalfelder liegen als pflegbare Datendateien. Rechtslage und Formulare ändern sich — dafür soll kein Release nötig sein.
Der DSGVO-Strang läuft daneben
Abschnitt betitelt „Der DSGVO-Strang läuft daneben“Sind personenbezogene Daten betroffen, entsteht zusätzlich eine Meldepflicht nach Art. 33 DSGVO: 72 Stunden an die zuständige Landesaufsichtsbehörde — nicht an das BSI.
Eskalation
Abschnitt betitelt „Eskalation“Unter Einstellungen → Eskalationskontakte werden benannte Rollen hinterlegt, jede mit Vertretung. Erinnert wird bei der Hälfte und bei 80 Prozent der Frist sowie beim Überschreiten — jede Stufe genau einmal.
Die Vertretung wird immer mitbenachrichtigt, nicht erst bei ausbleibender Reaktion: Eine Frist, die an einem Urlaub scheitert, ist genau der Fall, für den die Eskalation gedacht ist.
Eine Eskalation, die im Minutentakt mahnt, wird ignoriert — und dann auch die, auf die es ankommt. Deshalb je Stufe nur eine Meldung.
Anträge, Entscheidungen und Vermerke stehen in der Nachweiskette.
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