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Weitere Kanäle: SMS, Chat, USB

Phishing findet längst nicht mehr nur per Mail statt. Wer nur Mail simuliert, übt genau den Weg, auf den die Leute schon achten — und lässt den aus, über den sie tatsächlich hereinfallen. SentryMail kann Simulationen deshalb auch per SMS, über Matrix, über Nextcloud Talk und als ausgelegten Datenträger durchführen.

Kanal Edition
SMS, Matrix, Nextcloud Talk, USB-Drop Enterprise

Tracking, Landing Page und Auswertung sind dieselben wie bei der Mail. Nur die Zustellung unterscheidet sich — und der Text, denn eine SMS ist kein nachgebautes Absender-Layout, sondern ein Satz mit einem Link.


Bespielt werden nur dienstliche Endgeräte, solange nichts anderes freigegeben ist.

Eine Simulation auf das Diensthandy ist eine Betriebsangelegenheit. Eine auf die private Nummer ist es nicht — dafür braucht es eine eigene Grundlage. Im Adressverzeichnis trägt deshalb jeder Eintrag, ob es sich um ein dienstliches Gerät handelt; private Einträge werden übersprungen und im Ergebnis benannt, nicht stillschweigend ausgelassen.

Die Freigabe privater Endgeräte lässt sich einschalten, ist aber voreingestellt aus und wird im Audit-Log protokolliert. Ohne diese Grenze würde das Produkt eine arbeitsrechtliche Frage stillschweigend zugunsten des Betreibers entscheiden.


Kein Anbieter ist fest verdrahtet. Wer einen SMS-Dienst im Code hinterlegt, zwingt jeden Betreiber in dessen Vertrag. Stattdessen wird unter Einstellungen → Zustellwege → SMS ein generisches HTTP-Gateway beschrieben:

Feld Bedeutung
Adresse, Methode Wohin und wie (POST/GET)
Anmeldung keine, Basic, Bearer oder eigene Kopfzeile
Rumpf-Format json oder form
Rumpf-Vorlage Der Rumpf des Anbieters mit den Platzhaltern {to} und {text}

Beispiel für einen Anbieter, der JSON erwartet:

{"to": "{to}", "message": "{text}", "from": "Service"}

Damit passt jedes Gateway — auch eines im eigenen Haus an einem GSM-Modem. Die Werte werden nach dem Einsetzen kodiert: Eine Nachricht mit Anführungszeichen zerlegt das JSON des Anbieters nicht.

Rufnummern werden in E.164 erwartet (+4915112345678). Ohne diese Prüfung landen Tippfehler beim Gateway und kosten je nach Vertrag Geld, ohne dass jemand etwas merkt.


Beides sind Dienste, die viele Organisationen ohnehin selbst betreiben — eine Simulation darüber läuft im eigenen Netz statt über einen fremden Messenger.

  • Matrix: Adresse des Homeservers und ein Zugriffstoken eines Bot-Kontos. Je Empfänger wird ein eigener Raum angelegt, statt in eine bestehende Unterhaltung zu schreiben: Eine Simulation soll nicht in einem Verlauf landen, in dem zwischen echten und geübten Nachrichten niemand mehr unterscheidet.
  • Nextcloud Talk: Adresse der Nextcloud und ein Konto mit Talk-Berechtigung. Die OCS-API verlangt die Kopfzeile OCS-APIRequest: true — sie wird automatisch gesetzt; ihr Fehlen ist sonst der häufigste Einrichtungsfehler.

Ein Datenträger wird ausgelegt — Parkplatz, Empfang, Besprechungsraum —, und gemessen wird, ob jemand ihn ansteckt und die Datei öffnet. Der klassische Weg in Netze, die per Mail gut geschützt sind.

Kein Makro, kein Skript, keine Verknüpfung, die ein Programm startet. Erzeugt wird eine schlichte HTML-Datei, die den Browser auf die Aufklärungsseite schickt. Das genügt für die Messung vollständig — und alles darüber hinaus wäre ein Werkzeug, das man nicht herstellt, nur weil man es könnte: Wer eine Datei baut, die auf fremden Rechnern Code ausführt, hat ein Schadprogramm geschrieben, auch mit guter Absicht.

Der Klick auf die Datei landet auf der Landing Page der Kampagne. Die Bibliothek liefert dafür drei fertige Seiten (Kategorie USB-Drop): eine ausführliche Aufklärungsseite, einen Kurzhinweis und eine Fassung mit Meldeweg.

Alle drei kommen ohne Eingabefelder — anders als die Anmeldemasken zu den Mail-Vorlagen. Drei Gründe:

  1. Gemessen ist schon alles. Der Befund lautet „Datenträger angesteckt und Datei geöffnet”. Eine Anmeldemaske danach ändert am Ergebnis nichts.
  2. Es gäbe niemanden, dem das Passwort gehört. Der Datenträger kennt nur den Fundort. Ein abgeschicktes Passwort läge als echtes Geheimnis in der Datenbank, ohne zuordenbar zu sein — Schaden ohne Erkenntnis.
  3. Der Moment ist der Lehrmoment. Wer gerade begriffen hat, dass er einen fremden Stick angesteckt hat, ist aufnahmefähig. Ihn stattdessen nach dem Passwort zu fragen, verspielt die Gelegenheit.

Wer die Eskalation trotzdem messen will, klont eine der Anmeldeseiten aus der Bibliothek und setzt sie als Landing Page der Kampagne — dann aber bewusst und mit der Folge, dass ein Passwort erfasst wird, das niemandem zuzuordnen ist.

Jeder Datenträger trägt ein Token für den Fundort, nicht für eine Person. Wer den Stick gefunden hat, weiß die Software nicht. Damit entstehen hier keine personenbezogenen Daten, und die Einzelpersonen-Sperre des Datenschutzmodus läuft ins Leere, weil es nichts gibt, worauf sie greifen könnte.

Das ist kein Zufall, sondern der Grund, warum diese Simulation auch in mitbestimmungssensiblen Häusern durchführbar ist.

Berichte und Control-Center führen USB-Drops getrennt von den Mail-Kampagnen. Zusammengezählt entstünden Zahlen, die nichts bedeuten: Ein Fundort ist kein Empfänger, ein Datenträger wird nicht zugestellt, und zwei nie geöffnete Datenträger drücken die Öffnungsrate einer Mail-Kampagne, mit der sie nichts zu tun haben.

Konkret:

  • Gesamtzahlen, Raten und Risikoverteilung gelten für Mail-Kampagnen.
  • Das Control-Center zeigt für Drops einen eigenen Block: Kampagnen, ausgelegte Datenträger und wie viele davon geöffnet wurden.
  • Jede Kampagnenzeile im Bericht nennt ihre Art.
  • Aus dem Human Risk Management und der Liste Nicht bestanden bleiben Drops ganz heraus.

Erkannt wird eine Drop-Kampagne an ihren Empfängerzeilen, nicht am Kanal: Deren Adressen enden auf .invalid (nach RFC 2606 reserviert und nie zustellbar), es steht also kein Postfach dahinter. Der Kanal gehört zum Enterprise-Add-on, und die Auswertung im Kern darf davon nicht abhängen.

Alles im Kampagnen-Assistenten, ohne Seitenwechsel:

  1. Kampagnen → Neue Kampagne, Name vergeben und als Kanal USB-Drop wählen.
  2. Was der Kanal nicht braucht, sperrt sich daraufhin selbst: Vorlage, Sending Profile, Empfängergruppen und Zeitplanung. Es wird nichts versendet, und die Fundorte treten an die Stelle der Empfänger.
  3. Die Landing Page bleibt wählbar — sie ist das Ziel des Klicks, wenn jemand die Datei öffnet. Ohne sie läuft der Fund ins Leere.
  4. Nach dem Anlegen erscheinen die Fundorte direkt darunter, je Zeile einer.
  5. Das ZIP herunterladen: ein Ordner je Datenträger, darin genau eine Datei, dazu eine Liesmich-Datei mit der Zuordnung Ordner → Fundort.
  6. Sticks bespielen und auslegen. Die Auswertung zeigt je Fundort, ob geöffnet wurde.

Später erreichbar ist derselbe Schritt über Weitere Kanäle, wo auch die Auswertung bestehender Datenträger liegt.

Die Fundorte gehören vorab mit der Interessenvertretung abgestimmt; Sozialräume und persönliche Arbeitsplätze bleiben sinnvollerweise ausgenommen.


Siehe auch: Datenschutz & Mitbestimmung · Funktionen · Meldung & Analyse

SentryMail ist eine eingetragene Marke der SecureBits Cyber Security UG